Aktuelles 2012


27.08.2012 Taikai - Großes Treffen der Mitglieder des Budo Studien Kreises


10.08.2012 Meine erste Gürtelprüfung im ZEN-Karate Cottbus

Mein Name ist Holger Zaruba und ich übe seit 2007 in unserem Dojo Karate. Am 10.08.2012 absolvierte ich meine Prüfung zum 9.Kyu. Neben mir sollten auch Martina, Véronique, Andreas und Hartmut diese erste Hürde bewältigen. Bernd wollte einen Grad überspringen und den 8. Kyu in Angriff nehmen. Er hatte dafür sehr viel geübt und geniesst dafür unseren grossen Respekt. Leider ist Sebastian krank geworden und muss sein angestrebtes Ziel noch ein bisschen verschieben.

Die Vorgaben des Budostudienkreises waren für jeden erfüllbar. Unsere Lehrer Torsten Erler und Dirk Dommach bereiteten uns gut auf die Prüfung vor und feilten jede Techniken im Detail aus und erklärten uns viel über die Hintergründe. Die Besonderheit dieser ersten Prüfung in unserem Dojo war, dass der Sensei Marcus Neudert anwesend seine sollte. Sensei Marcus Neudert ist 6. Dan (Shotokan Kenpo Karate) im BSK und ein persönlicher Schüler von Werner Lind.


Eine Stunde vor Beginn trafen wir uns um die üblichen Formalitäten zu erledigen. Langsam stieg die Anspannung. Zur Vorbereitung übten wir noch einmal verschiedene Bewegungen. Um 19.00 Uhr sollte die Prüfung beginnen. Marcus, der aus Dresden anreiste, hatte aufgrund eines Fussballspiels, Schwierigkeiten Pünktlich anzukommen. So verzögerte sich der Start um eine dreiviertel Stunde. Eine Zeit die uns Prüflingen sehr, sehr lang wurde, und an den Nerven zerrte. Endlich konnte mit der Prüfung begonnen werden. Hartmut, Andreas und ich konnten uns als Erstes beweisen. In einer dreiviertel Stunde zeigten wir, was wir so lange geübt hatten. Sensei Marcus Neudert korrigierte uns bei Fehlern und nahm uns durch seine freundliche Art so manche Aufregung.


Dann waren Véronique, Martina und Bernd an der Reihe. Eine sehr schöne Prüfung wurde uns da geboten. Ronald unterstutzte Bernd bei den Partnerübungen. Vielen Dank dafür! Am Ende wurden theoretische Fragen über das Karate gestellt, wo die Übenden über das Hintergrundwissen geprüft wurden. Dann zogen sich Markus, Torsten und Dirk zur Beratung zurück. Bei uns Prüflingen war die Erleichterung deutlich spürbar. Der aktive Teil war geschafft! Wieder mussten wir warten, sehr lange. Als alter Prüfungsfuchs weiss ich, dass das eigentlich gar nicht gutes bedeutet, wenn Prüfer sich nicht einigen können. Unsere Befürchtungen waren aber unbegründet. Als wir uns wieder trafen, sagte Sensei Neudert, dass ihm die Prüfung gut gefallen hätte.

 

Wir hatten alle bestanden! Ich war mächtig stolz auf meine Urkunde mit dem 9. Kyu im Shotokan Kempo Karate. Mittlerweile ging es auf 23 Uhr zu. Jetzt konnte gefeiert werden. Jeder hatte eine Kleinigkeit mitgebracht und es wurden Steaks auf den Grill gelegt. Trotz fortgeschrittener Stunde war die Stimmung ausgezeichnet. Marcus erzählte uns viel über Karate, seinem Leben und den Budostudienkreis.


Nachdem sich Sensei Marcus Neudert verabschiedet hatte, wurde das Dojo auf Vordermann gebracht. Um 1 Uhr verabschiedeten sich alle. Jeder hatte das Gefühl, dass ein besonderer Tag zu Ende ging. Sensei Marcus Neudert versprach im Dezember wieder zu kommen. Das ist sicher für jeden von uns eine grosse Motivation intensiv zu üben.

Holger Zaruba
9. Kyu im Shotokan Kempo Karate


03.08.–05.08.2012 Goshin 4–5 im Budokan in Bensheim

Karate wird in der Allgemeinheit als Kampfsport des Tretens und Schlagens betrachtet. Die moderne Zeit weckt in vielen Menschen die Begehrlichkeiten, schnellen Erfolg und schnelle Anerkennung zu erringen. Eine Notwendigkeit, so betrachten es zumindest die meisten, um eine gesellschaftliche größere Wertigkeit zu erhalten. Neulich erzählte mir einer unserer Schüler, dass es Wettkämpfe im Kampfsport gibt, bei denen die Frisur des Sportlers einen Einfluss auf die Entscheidung der Kampfrichter hätte.

Das Internet ist voller Bilder und Videos über bestandene Gürtelprüfungen in den verschiedenen Kampfsportsystemen. Die breite Masse ist auf dem Vorstoß, Kampfsport als Schauspielschule mit Anerkennungsprüfungen für langejährige Zugehörigkeit zu etablieren.
 
Äußerlichkeiten mit bunten Gürteln, irregeführt auf dem eigentlichem WEG, hinweg von den Traditionen, hin zur Selbstbefriedigung und Pflege der eigenen Selbstherrlichkeit. Dabei wünscht sich jeder Mensch Glück und Frieden im eigenen Herzen, weg von den alltäglichen Unwahrheiten, hin zum Leben in Harmonie mit sich Selbst. Der WEG dorthin kann und muss der WEG zu sich selbst werden, den Blick nach innen gerichtet, auf gute und auch schlechte Dinge . Wir nehmen Hammer und Meißel und bearbeiten unser EGO, um es weich zu klopfen, anpassungsfähiger zu machen und um es zu modulieren.

Was hat das alles mit Karate zu tun?

Im ZEN-Karate Cottbus e.V. üben Menschen miteinander und gegen sich selbst. Jeder auf seinem eigenen WEG. Jedoch in einer guten Gemeinschaft, da viele den gleichen WEG gehen. Unsere Anleitung erhalten wir von unseren Lehrern im Karate und im ZEN. An diesem Wochenende ging es nach Bensheim zum Seminar Goshin 4 und 5, die angewandte Selbstverteidigung auf der Grundlage der Kata Heian Yondan und Heian Godan im Shotokan Kenpo Karate. Oft bin ich diese Katas gelaufen und habe mich auf die äußerliche Form konzentriert. Die Heian Katas wurden entwickelt von Itosu Yasutsune, er lebte 1831 bis 1915. Er galt als okinawanischer Experte des Karate und als Begründer des „Korkenzieher Fauststoßes“. Ursprünglich als Pinan Kata, in der Bedeutung „gesund und munter“ , entwickelt, wurden die Pinan Katas von Funakoshi Gichin verändert und in Heian umbenannt, in der Bedeutung „Frieden und Ruhe“, auch „heil und gesund“ oder „sicher und störungsfrei“. (Quelle: www.budopedia.de)

Der Einblick in die Entschlüsselung (Bunkai) und Anwendung (Goshin) dieser Katas verdanken wir der tiefgründigen Arbeit von Sensei Werner Lind, Begründer des Budostudienkreis. Er und seine Lehrer unterrichten uns in der Kampfkunst Karate, entfernt von allen Dingen der Selbstbestätigung, stetig auf dem Weg zu den Wurzeln der Kampfkünste. Immer wieder an die Grenzen der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten geführt, bewegen wir uns in der modernen Zeit auf den Spuren der Traditionen. Wir tragen auch bunte Gürtel und unterliegen damit dem Wunsch, nach der Symbolik für äußerliche Anerkennung. Jedoch legen unsere Lehrer Wert auf Verhalten und Umgang in der Gemeinschaft, Anerkennung durch die Gemeinschaft und Zurückhaltung seiner SELBST in der Gemeinschaft. Einfach formuliert, welchen Nutzen hat die Gemeinschaft durch mich?

Ich bedanke mich bei allen Schülern und Lehrern, für die
wunderbare Zeit des gemeinsamen Lernens und sich selbst studierens, in den Kampfkünsten.

Torsten Erler
ZEN-Karate Cottbus e.V.

13.07.-15.07.2012 Seminar Taikyoku nidan und Kihon Ippon Kumite

Nach reichlich einem Jahr Karatetraining im Dojo Cottbus stand mein erstes BSK-Seminar zum Thema Taikyoku nidan und Kihon Ippon Kumite vom 13. bis 15. Juli im Budokan Bensheim bevor. Ich freute mich schon sehr und war gleichzeitig etwas nervös. Ob ich als Weißgurt gut mitkommen werde im Seminar? Wie werden die BSK-Lehrer sein?
 

Das Seminar wurde von Matthias Degen, 4. Dan SKK, geleitet. Schnell wurde mir klar, wie groß der Unterschied zwischen meinem noch recht oberflächlichen Wissen über den Ablauf der Kata Taikyoku nidan und der
richtigen Ausführung jeder einzelnen Technik ist. Was beim Üben der Einzeltechnik (meiner Meinung nach) klappte, funktionierte dann als Ganzes nicht mehr so gut.
Beim anschließenden Botraining mit Volker und Lissy eignete ich mir erste Grundkenntnisse im Gebrauch dieser Waffe an. Vielen Dank, Lissy, für den Einzelunterricht! Toll fand ich das abendliche Beisammensitzen. So bestand
die Möglichkeit, mit einigen länger ins Gespräch zu kommen. Das Seminar konditionell durchzuhalten, war für mich nicht so schwierig. Eine echte Hürde war jedoch, die ganze Zeit konzentriert zu sein. Das merkte ich besonders am Ende der dreistündigen Einheit am Sonntag. Zanshin – Geistesgegenwart – war an beiden Tagen das Stichwort. Das, was der Lehrer zeigt, mit dem Geist aufnehmen. Es heißt aber auch, mit seinem Geist
beim Partner zu sein. Wenn ich in der Übung angreife, dann nicht halbherzig, sondern so, daß der Partner etwas davon hat, daß er die Abwehr richtig lernen kann. Das verstehe ich u.a. darunter, wenn es heißt, sein Ego zu überwinden und nicht nur an sich und sein Fortkommen zu denken. Zanshin heißt auch, nicht nachzulassen in seinen Bemühungen um eine korrekte Ausführung der Techniken, egal ob am Anfang oder am Ende der Trainingseinheit. Ich bin von dem überaus hohen Niveau der BSK-Lehrer beeindruckt. Es gibt noch sehr, sehr viel für mich zu lernen. Für die wertvollen Hinweise und die Geduld mit mir in der Übung sowie die herzliche Atmosphäre bedanke ich mich sehr bei allen BSK-Lehrern aus dem Budokan und anderen Dojos sowie auch allen anderen Schülern.

Bernd Melcher
Zen-Karate Cottbus e.V.


23.06.2012 Sommerfest im ZEN - Karate Cottbus e.V.

Das erste Sommerfest, am 23.06.2012, im Anschluss an einen dreitägigen Kinderlehrgang, wurde mit viel Engagement vorbereitet und von allen Beteiligten mit großer Spannung erwartet.

Es war das erste gemeinsame Treffen, in dem die Mitglieder des Vereins, gemeinsam mit den Familien und Freunden zu einem gemütlichen Sommernachmittag zusammengefunden haben. Die herzliche Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden, Herr Schlott, und die anschließende Würdigung und Ehrung der erreichten Lehrgangsleistungen jedes einzelnen Kindes, durch den Dojo – Leiter Torsten Erler, sorgten gleich am Beginn für eine Wohlfühlatmosphäre. Beim gemeinsamen Kaffee trinken wurden, zwischen Erdbeerschnitte und Kokuskuchen, die ersten Gespräche geführt, Beziehungen neu geknüpft und bestehende Freundschaften zwischen den Eltern und Dojo – Mitgliedern intensiviert. Jeder der in diese Runde hineinkam war willkommen und wurde in die Gemeinschaft integriert. Alle rückten zusammen, um auf den Bänken der Bierzeltgarnituren Platz zu haben. So verringerte sich der „Abstand“ zwischen den Gästen automatisch, was Hemmungen und Berührungsängste nicht erst aufkommen ließ. Anschließend durften alle Besucher in die „Heilige Halle“, dem Trainingsraum, indem vor wenigen Stunden die Kinder ihre Gürtelprüfungen abgelegt haben.


Die Kampfluft war noch spürbar einzuatmen, als Torsten Erler einen, von den Kindern selbst gedrehten, Film über das Dojo präsentierte. Anschließend wurde durch den Dojo – Leiter selbst, in einem von Bildern begleiteten Vortrag, die Chronik des Vereins den Eltern und Kindern eindrucksvoll nahe gebracht. In diesem Zusammenhang war es Torsten Erler auch wichtig, die Wurzeln seiner Lehren und Ideologie zu zeigen, damit auch die Anwesenden verstehen, welche pädagogische Führung ihre Kinder, die Schüler des Zen – Karate Cottbus e.V., durch die Trainer erhalten. Der inhaltsreiche Nachmittag erlangte einen besonderen Höhepunkt, als die Anwesenden die Möglichkeit erhielten, nach indischer Tradition, ein original weißes, indisches Tuch an einen Baum zu binden, um damit persönliche Wünsche in den Wind zu schicken, die sich hoffentlich auch erfüllen. Alle Anwesenden zelebrierten dieses Ritual und wollten ein klein wenig spirituellen Zauber erleben. Bleibt zu hoffen, dass der Wind, der in den letzten Tagen recht intensiv war, schnell die Wünsche transportiert und sich eine baldige Erfüllung einstellt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsames Abendbrot, zu dem alle Eltern und Mitwirkende des Vereins ihren kulinarischen Beitrag geleistet haben. Danach entwickelte sich so langsam Aufbruchstimmung, was aber nicht davon abhielt, den weiteren Abend zu genießen, sich in Gespräche und dem ein oder anderen schöngeistigen Getränk zu vertiefen und dem Viertelfinalspiel Frankreich – Spanien entgegenzufiebern. Für ganz Feierlustige gab es dieses Vergnügen noch auf Leinwand im Dojo Cottbus. Der Dank der Eltern für eine gelungene Veranstaltung, der bei der Verabschiedung herzlich und ehrlich ausgesprochen wurde, ist ein Zeichen dafür, dass alle sich wohlgefühlt haben. Für uns ein Zeichen, dass eine Wiederholung nicht zu lange auf sich warten lassen sollte.

„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ Guy de Maupassant

In diesem Sinne freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Jana Schlott
ZAZEN-Gruppe


Opfer oder Gegner? Selbstverteidigung mit Polizeitrainer

Von Mai bis Juni fand der 4. Frauenselbstverteidigungskurs unter der Anleitung von Dirk Dommach statt, dieses Mal in unserem Dojo. Dirk Dommach ist Karatelehrer in unserem Verein und trainiert Polizeibeamte u.a. für Einsatzsituationen.

DIE Philosophie des Seminares ist es, mit den Frauen und Mädchen Verhaltensweisen zu trainieren, auf welche sie im Notfall zurückgreifen können. Für diese extreme Stresssituation lernen die zumeist in der Selbstverteidigung unerfahrenen Frauen natürliche Bewegungen effektiv einzusetzen. Bei fast allen Überfällen auf Frauen geht es um die Ausübung von Macht. Der Angreifer sucht sich meist eine Opferfigur und rechnet nicht mit entschlossenem Widerstand. Daher legt der Trainer neben der eigentlichen Technik besonderen Wert auf selbstbewusstes Auftreten sowie die Achtsamkeit der Teilnehmerinnen. „Nehmt wahr, was um euch herum passiert! Kein Täter taucht plötzlich unbemerkt aus dem Nichts auf.“ schärft er ihnen ein. Die Sensibilität für gefährliche Situationen muss auch erlernt werden. Hochkonzentriert trainieren die Frauen, mit einem lauten und bestimmten: „ Loslassen!“ den Angreifer abzulenken und sich dabei selbst aus dem eigenen Schockzustand zu lösen. Effektive Befreiungen sowie einfache Gegenangriffe zum Gesicht des Angreifers folgen. Damit das Erlernte im Ernstfall wieder abgerufen werden könne, müssten die Übungen entweder 1000fach wiederholt oder unter Stress trainiert werden. Dieser Stress wurde erzeugt, indem die Angriffsintensität sich ständig erhöhte und die Teilnehmerinnen am letzten Tag sich in einer „fast“ realen Situation behaupten mussten.

Dirk Dommach
ZEN-Karate Cottbus e.V.


 

Rückmeldung einer Teilnehmerin und ihrer Tochter


Der Selbstverteidigungskurs wurde allen Teilnehmerinnen verschiedenen Alters in professioneller Weise gerecht und vermittelte Techniken, Gefahrensituationen zu meiden, zu erkennen bzw. ihnen zu begegnen. Schade, dass ich solch einen Kurs nicht schon 20 Jahre eher absolvieren konnte - mir wären zahlreiche angstvolle Wege erspart geblieben. Unserer Tochter wird es nun anders gehen. DANKE.


Kindersommertrainingslager 21.06.-23.06.2012



Makiwara Training in der alten und in der neuen Zeit

Ein Makiwara, mit der Bedeutung maki - Rolle, umrollen und wara - Stroh), ist ein aus Japan stammendes Sportgerät, das vor allem im Karate als hölzerner Schlagpfosten und im japanischen Bogenschießen, Kyudo, als Übungziel verwendet wird.

Mehr unter: Wikipedia


Sensei Werner Lind erarbeitet mit seinen Schülern und Lehrern die Budopedia, ein Online Nachschlage Werk für Kampfkunstinteressierte. Mehr unter: Budopedia


Seminar Kihon 2 mit Sensei Christian Lind, 6 DAN, im Budokan in Bensheim 02.-04-06.2012

Kihon ist eine Wissenschaft der Energieentwicklung, hervorgerufen durch die Einheit von Bewegung, Atmung und Haltung, sowie der geistigen Bereitschaft für die Handlung und die Situation.

Kihon gilt als Grundschule im Karate, als Fundament und Basis für die als Kampfkunst verstandene Selbstverwirklichung. Karate wird von Nichtübenden als unpraktisch und wirkungslos für die Selbstverteidigung beschrieben. Ausgangspunkt dieser Betrachtungen sind die langen und körperlich aufwendigen Bewegungen in der Grundschule.Eine Faust die von der Hüft startet, ein Unterarm der weit von oben ausgeholt wird, um eine Abwehrbewegung im unteren Bereich zu machen oder auch lange und tiefe Stände, die schnelles dynamisches Bewegen unmöglich machen. Gerade in diesen Übungen wurzeln die Geheimnisse der, von Experten beschriebenen, enormen Wirkungsfähigkeit von Schlägen, Stößen und Tritten. Die großen Aufzieh – oder auch Ausholbewegungen in den Grundformen, sind keine kämpferischen Übungen. Es sind Bestandteile der Qi Gong Entwicklung, also der Kultivierung der eigenen Lebensenergie. Es besteht ein körperlich/geistiges Übungsprinzip, welches ein Verständnis für die Entwicklung der eigenen Energie ermöglicht. Energie, die nicht nur auf die körperlichen Fähigkeiten von Bewegung und Muskelspannung basieren, sondern auf dem richtigen Verständnis der ganzheitlichen Funktionsfähigkeit unseres SELBST. Der Übende hat durch die langen Bewegungen Zeit, die Form zu studieren und die damit verbundenen energetischen Auswirkungen wahrzunehmen. Gerade die Kontrolle der Anfangs – und Endpositionen einer Bewegung, geben uns einen Aufschluss, über das richtige Verstehen des energetischen Übungsprinzips. Kihon entwickelt maximale Wirkungen durch das optimale Verhältnis von Körper und Geist in Harmonie mit der entsprechenden Situation, in der wir uns befinden. Die kämpferischen Inhalte werden uns erst bewusst, wenn die Kihon Übungen mit großer Geduld immer und immer wieder, an und in uns SELBST, studiert werden. Das geschieht in der Kata, dem Kumite, aber auch im Besonderen beim Arbeiten mit dem Makiwara. Um einer kämpferischen Situation gerecht zu werden, bedienen wir uns dem Prinzip der Jiyu-Waza. Dieses Konzept der freien Techniken entwickelt sich durch die Erweiterung des Übungsverständnisses aus dem Kihon heraus. Bewegungen werden kürzer, Stände werden höher, Abwehr- und Ablenktechniken werden enorm effektiv und realistisch wirkungsvoll. Der erfahrene Kämpfer bewegt sich jedoch im Rahmen der im Kihon erarbeiteten Energieprinzipien. Das sind zum Beispiel die Verbindung der Bewegung mit der richtigen Atmung, dem verstandenen Ganzkörperprinzip mit dem entsprechenden Timing der Hüftbewegung, die körperliche Haltung in Beziehung zum dynamischen und stabilen Gleichgewicht, dem Prinzip der Ganzkörperbewegung durch Ashi - (Fuß) und Koshi (Hüfte) SABAKI zu Tai (Körper) SABAKI (Bewegung) und vielem mehr. Entsprechend große Bedeutung bekommt die psychische Haltung im Kihon - und im Jiyu Waza. Die innere Haltung und Gegenwärtigkeit ist das entscheidende Substrat für das Fundament, des Kihon. Innere Bereitschaft, Entschlossenheit, Klarheit und höchstmögliche Aufmerksamkeit, machen die Wirkung von Energie durch Handlung im entscheidenden Moment erst möglich.

Christian Lind hat in diesem Seminar die Brücke geschlagen, die Fähigkeit des entscheidenden Kämpfens in der Geduld und dem achtsamen Üben des Kihon zu entwickeln.

Herzlichen Dank für diese wertvollen Erfahrungen.

Torsten Erler
ZEN-Karate Cottbus e.V.